Jahresbericht 2002 der NABU Ortsgruppe Geesthacht

vorgelegt zur Jahreshauptversammlung am 14. Februar 2003

Erfreulicherweise konnten wir im vergangenen Jahr die Zahl der Mitglieder in unserer Ortsgruppe um knapp 100 auf 671 steigern.

Am 17. Februar 2002 bauten wir wie in den vergangenen Jahren unter der Leitung von Harald Schneider den Krötenschutzzaun im Bistal auf. Dieser stand bis zum 24.4.2002. Obwohl wir insgesamt 3 Wochen länger täglich kontrollierten, konnten wir nur 410 Kröten retten, im Vorjahr waren es noch 648. Die Zahl der überfahrenen Kröten verringerte sich ebenfalls von 333 auf 249.

Mit einem zweiten Zaun zwischen Teich und Straße haben wir im Juli und August 2750 junge Erdkröten eingesammelt und sicher über die Straße getragen.

Nach wie fahren viele Fahrzeuge durch das Bistal, besonders zu den so genannten Rush – Hour - Zeiten. Am 18. März 2002, einem Montag, führten wir deswegen eine Verkehrszählung in der Zeit von 18 bis 24 Uhr durch. 312 Fahrzeuge befuhren im genannten Zeitraum die Straße im Bistal. Nach 21.00 Uhr wurden es deutlich weniger. Zur Erinnerung, es steht dort ein Schild: Durchfahrt verboten von 18.00 Uhr bis 7.00 Uhr, Anlieger frei, mit einer symbolisierten Erdkröte auf einem weißen Hinweisschild.

Im Krügerischen Haus hatten wir zwei sehr gut besuchte Winter – Vorträge:

Am 18. Januar „Von der Namib zu Etoschapfanne“, ein Multimedia - Vortrag von Dr. Roland Doerffer, und am 22. Februar „Gefräßige Holzinsekten“ von Dr. Uwe Noldt von der Bundesforschungsanstalt für Holz- und Forstwirtschaft.

Im April und im Mai wurden an jedem Mittwochabend unter dem Motto „Was singt denn da?“ Abendspaziergänge zum Kennenlernen der heimischen Vogelwelt angeboten. Seit vielen Jahren werden diese Veranstaltungen von unserer Gruppe durchgeführt. Zusätzlich führte Dr. Friedhelm Ringe an jedem 1. Mittwoch in den Monaten Februar, März, Juni, September, Oktober und November unter dem Motto „ Wege in die Natur“ Abendspaziergänge durch.

Bei der Dritten Geesthachter Nachtigallennacht hatten wir mit dem Wetter etwas weniger Glück als in den Vorjahren. Es regnete in Strömen, was aber die Nachtigall nicht vom Singen und die Musikanten nicht vom Musizieren abhielt. Die Schirmherrschaft übernahm wieder Bürgermeister Ingo Fokken. Die Leitung der Nachtigallennacht lag in den Händen von Dr. Friedhelm Ringe.

Unser Infostand kam insgesamt 15 mal zum Einsatz, unter anderem bei der Nachtigallennacht, am Umwelttag, am Elbe - Badetag, bei der Fledermausnacht und auf dem Geesthachter Wochenmarkt, aber auch außerhalb von Geesthacht wie z. B. beim Abfallwirtschaftszentrum in Wiershop, bei der Apfelwoche in Lauenburg, beim Martinsmarkt und Weihnachtsmarkt in Gülzow. Die Infostände werden von Hans Oltmann organisiert und betreut.

Bei der Landesdelegiertenversammlung des NABU Schleswig-Holstein am 28. April in Mölln wurde unser Ehrenmitglied Paul Packulat vom Landesvorsitzenden Hermann Schulz für seine Arbeit im und für den Naturschutz mit einem Bild des Naturmalers Schmidt geehrt.

An den Treffen der Kreisarbeitsgemeinschaft Naturpflege Herzogtum Lauenburg nahmen wir regelmäßig teil. Unsere Interessen im Umweltausschuß der Stadt Geesthacht vertritt Dr. Friedhelm Ringe.

Folgende gemeinsame Wanderungen und Ausflüge fanden im Jahr 2002 statt: Eine Nachtwanderung am 25. Januar durch den heimischen Forst mit Herbert Bahr, eine Tagestour zur Festung Dömitz am 24. März mit Dr. Friedhelm Ringe, eine Botanische Wanderung in der näheren Umgebung von Lütau am 16. Juni mit Uwe Kresken, eine Wanderung in die Winsener Marsch am 21.7. mit Henry Fischer, am 3. August eine Exkursion mit Gabi und Peter Peitzner mit dem Thema Libellen: „Wir beobachten unsere heimischen Flugkünstler“ und am 28. September ein Ausflug zum Bioforum Nieklitz mit Rudolf Pohle.

Bis August 2002 absolvierte Julia Schwienheer ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr in unserer Ortsgruppe. Sie unterstützte unsere Veranstaltungen und hat zwei Kindergruppen aufgebaut. Ihre Nachfolgerin ist Anna Bardun. Als Paten fungieren das GKSS Forschungszentrum und das Agenda-21-Büro mit Frau Freedebohm.

Dem Augusthochwasser fiel der geplante Fledermausabend am 24.8. zum Opfer. Nach der Flut am 7. September konnte uns Herbert Bahr nur noch wenige Fledermäuse auf dem Campingplatz in Tesperhude zeigen. Herbert Bahr betreut die Fledermauskästen und –bunker. In diesem Jahr konnte er die seltene Bechsteinfledermaus erstmalig in Geesthacht nachweisen. Im Land Schleswig- Holstein ist dies überhaupt erst der zweite Nachweis.

Viel praktische Naturschutzarbeit leistet Gerd Förster. Er betreut die Uferschwalben in nah und fern, die Mehlschwalben an der Post und bei der Geesthachter Polizei, die Rauchschwalben im Geesthachter Klärwerk. Ein großes Arbeitspensum leistet Gerd auf dem Hachedesand. Durch das Augusthochwasser gab es große Sandablagerungen auf dem Hachedesand sowie eine Vergrößerung der Inselflächen im allgemeinen. Erstmalig konnten wir im vergangenen Jahr auch Spuren des Bibers auf der Insel finden.

Die Vegetation des Hachedesands wird von den Schafen kurz gehalten.

Die „Schäfer“ sind: Gerd , Erhardt, Friedhelm und ich.

Unser Auftritt im Internet wird von Dr. Roland Doerffer gestaltet. Einen Blick in dieses neue Medium lohnt sich und wird auch gut angenommen. Also: www.nabu-geesthacht.de

Die aufgehängten Nistkästen werden von Marina Hjelm und Erhardt Krafft kontrolliert und gereinigt.

Die Grabpflege von Agnes und Hans Meier wurde von Helmut Knust geleistet.

Unsere Pressearbeit lag im wesentlichen in den Händen von Rudolf Pohle und Hartmut Haberlandt.

Die Gruppenabende im Bandrieter an jedem 4. Dienstag im Monat waren unterschiedlich gut besucht.

Die Kasse lag wie in den Vorjahren in den Händen von Helmut Knust, dessen Bericht wir gleich im Anschluß hören.

Viel Arbeit steckt in den Verbandsbeteiligungen nach §-58-BnatSchG. Diese Stellungnahmen sind im wesentlichen von Rudolf Pohle, Hartmut Haberlandt, Hartwig Jürgens, Gerd Förster und Dr. Friedhelm Ringe abgegeben worden.

Ich danke allen Aktiven für ihren Einsatz und allen Anderen für ihre finanzielle und ideelle Unterstützung für die Ortsgruppe Geesthacht im Naturschutzbund Deutschland.

Wolfram Staudte

  1. Vorsitzender der

NABU Ortsgruppe Geesthacht