Erdkröten im Bistal von 1981 – 2001

Seit 20 Jahre führt der NABU Geesthacht Amphibien­schutz­maßnahmen im Bistal durch. Nahezu jedes Jahr wurde in diesem Zeitraum ein Amphibienschutzzaun im Bereich der Hauptwanderroute während der Laichzeit aufgestellt. Die Kröten und andere Amphibien werden durch den Zaun am Überqueren der Straße gehindert, wandern am Zaun entlang und fallen in eingegrabene Eimer. Jeden Morgen werden die Eimer kontrolliert, die Amphibien gezählt und dann in den Laichteich getragen. Ferner werden die toten Kröten auf der gesamten Strecke der Straße zwischen Bundesstraße 5 und Hohenhorner Weg registriert. Koordiniert werden die Maßnahmen vom Amphibien­schutz­beauftragten des NABU Geesthacht, Harald Schneider.

1981 wurde noch kein Schutzzaun aufgestellt. Durch den Zaun ging danach die Anzahl der toten Erd­kröten schlagartig zurück. Der Rückgang der lebenden Erdkröten seit 1983 ist auf zwei Einflüsse zurück­zuführen: auf die Zunahme des Verkehrs auf der Straße sowie auf die Fischbrut seit der Verpach­tung der Teiche als Angelgewässer. Auch trockene Winter können diesen Trend verstärkt haben. 1997 wurden die Teiche aus der Verpachtung heraus­genom­men. Wir vermuten, dass die sprunghafte Zunahme der Erd­kröten danach auf die höhere Überlebens­wahr­scheinlichkeit der Kaulquappen und Jungkröten in den Teichen zurückgeht. Gegenüber dem Zeitraum 1982 – 1988 ist allerdings das Verhält­nis von toten zu lebenden Erdkröten hoch. Grund dafür ist wahr­scheinlich das hohe Verkehrsaufkommen, bei dem kaum ein Tier die andere Straßenseite lebend erreicht.

Daten: Harald Schneider, NABU Geesthacht

Roland Doerffer, 14. Juli 2001