Ein Garten für Fledermäuse

Wo viele Nachtfalter leben, können auch Fledermäuse erfolgreich jagen. Schmetterlinge sind ein guter Hinweis darauf, wie intakt die Umwelt ist. In Gärten in denen wenig heimische Pflanzen blühen, aus denen alles ,,Unkraut" verbannt wurde und in denen Insekten und Pilze mit Giften vernichtet werden, kann man auch nur wenige oder gar keine Insekten beobachten. Wer möchte, dass in seinem Garten Fledermäuse Nahrung finden, muss auf künstliche Schädlings- Pflanzen- und Pilzbekämpfungsmittel ganz verzichten. Wo die Insekten mit der ,,chemischen Keule" vertrieben werden, fin­den all jene Tiere, die von den Insekten leben, entweder gar keine Nahrung mehr, oder ihre Beute lebt zwar noch, ist aber bereits vergiftet. Dann reichem sich die chlorierten Kohlenwasserstoffe aus den Pflanzenschutzmitteln im Fettgewebe an. Für Fledermäuse kann dies lebensbedrohlich sein: Während des Winterschlafs zehren sie von Fettreserven. Wenn sie aus dem Tiefschlaf erwachen, verbrauchen sie innerhalb kurzer Zeit sehr viel Energie. Die im Gewebe abgelagerten Gifte gelangen dann in hoher Konzentration in den Blutkreislauf. Ist die Dosis zu hoch, müssen die Tiere sterben. Besonders betroffen sind auch die Fledermausbabys: Die Milch, von der sich die Säuglinge ernähren, enthält die Gifte aus den Fettpolstern der Fledermausmutter. Sind diese zu stark belastet, sterben die Jungen.

Eine Liste von heimischen Pflanzenarten für einen Fledermausgarten finden Sie hier.

Blumenwiese

Eine Blumenwiese bietet vielen Falter-, Käfer- und Spinnenarten einen geeigneten Lebensraum, außerdem kann sie zum Rückzugsgebiet für seltene Pflanzenarten im Garten werden. Eine Wiese zeichnet sich entgegen einer Rasenfläche durch eine hohe Artenvielfalt aus und sollte daher in keinem Garten fehlen.

Komposthauten

Ein Komposthaufen liefert neben guter Komposterde zur Bodenverbesserung, auch einen vielschichtigen Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und anderen Organismen.

Gartenteich

Vielen Fledermausarten fehlt es in unseren Siedlungsräumen an Trinkstellen und Beuteinsek­ten, deren Larven sich unter Wasser entwickeln. Abhilfe kann ein Gartenteich schaffen. Kaum ein Garten ist zu klein, als dass darin nicht ein Feuchtbiotop bzw. ein naturnaher Teich angelegt werden könnte. Wasser setzt im Garten einen besonderen Akzent. Die Sumpf- und Wasserpflanzen sind ein Paradies für viele kleine Tiere und ergänzen den naturnahen Garten um diesen Lebensbereich.

Fassadenbegrünung

Begrünte Fassaden bringen viele Vorteile. Sie schützen die Fassade vor Wind und Regen verbessern das Kleinklima, reinigen die Luft und erweitern den Lebensraum für viele Tierarten. Auch Fledermäuse profitieren von einer Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen. Neben einem verstärktem Nahrungsangebot finden Fledermäuse auch neue Rast- und Quartiermöglichkeiten in und an einer begrünten Fassade.

NABU Geesthacht, R. Doerffer, 18. Aug. 2000
Quelle: Infoblatt des NABU Hamburg
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