Was können wir für unsere Fledermäuse tun?

Naturnahe Gärten mit Teichen bieten neben vielen anderen Tier-und Pflanzen arten auch den Fledermäusen eine neue Chance. Durch die Insektenvielfalt ist das überleben der Fledermäuse gesichert.

Auch in öffentlichen Grünanlagen und Wäldern sollte Wildwuchs zugelassen werden. Der Erhalt alter Bäume (Quartiere der baumbewohnenden Fledermäuse) in den Forsten muss unterstützt werden. So werden viele kostenlose Helfer im Kampf gegen Borkenkäfer und andere ungeliebte Insekten gewonnen. Als Ersatz für natürliche Baumhöhlenquartiere können künstliche Unterkünfte angeboten werden. Nach unten offene Kästen halten Vögel ab, Fledermauskot kann herausfallen und die Kästen können leicht kontrolliert werden.

Das Angebot an Quartieren in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen ist rückläufig. Die Bauweise hat sich geändert, alte Häuser wurden abgerissen, umgebaut oder renoviert. Fledermäuse beziehen aber gerne warme Dachböden. Einschlupflöcher sollten geschaffen werden (es gibt spezielle Fledermauslüftungsziegel, denen das herkömmliche Lüftungssieb fehlt, Regen jedoch abhält). Zugluft vermeiden. Für die Imprägnierung von Dachstühlen und Wandverschalungen sollten Holzschutzmittel verwendet werden, die sich als unbedenklich für Fledermäuse erwiesen haben. Auch das Heißluftverfahren vernichtet holzzerstörende Insekten, ist aber völlig unschädlich für Fledermäuse und Menschen. Werden ,,Wochenstuben" auf wenig genutzten Dachböden entdeckt, ist absolute Ruhe notwendig. Geplante Umbaumaßnahmen sollten auf den September verschoben werden.

Winterquartiere suchen Fledermäuse in kühlen, feuchten Kellerräumen. Es müssen aber geeignete Verstecke und Hangplätze vorhanden sein (Vorsprünge, Spalten, rauhes Gestein). Bei glatten Wänden ist es ratsam, Holzlatten oder Hohlblocksteine anzubringen. Zugluft und Störungen müssen unbedingt vermieden werden. Bunker und Höhlen, die die notwendigen klimatischen Bedingungen sicherstellen, müssen mit einem Gitter, das den Zutritt für Menschen verhindert, versehen werden. Auch Einflugschlitze (15x30 cm) können den Fledermäusen Zugang gewähren. Am Fuß der Mauer muss eine Öffnung für Amphibien ausgespart werden.

Achtung: Störungen in den Quartieren gefährden die Jungenaufzucht im Sommer und führen im Winter zu lebensbedrohlichen Energieverlusten.



NABU Geesthacht, R. Doerffer, 18. Aug. 2000
Quelle: Infoblatt des NABU Hamburg
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