40 Jahre NABU Geesthacht 1964 - 2004

Jahresbericht 2003 der NABU Ortsgruppe Geesthacht vorgelegt zur Jahreshauptversammlung am 27. Februar 2004

Wie auch in den vergangen Jahren konnten wir viele Neuzugänge in unserer Ortsgruppe begrüßen. Wir haben jetzt 762 Mitglieder.


Am Anfang des Jahres 2003 hatten wir im Krügerischen Haus drei Dia-Vorträge, und zwar „Elbe­tal Impressionen“ mit Dirk Foitlänger von der Naturparkverwaltung Mecklenburgisches Elbetal, mit Michael Borsch: „Von Ameisenlöwen und Soldatenseggen“. Es folgte Ende März Kurt Thies, Osnabrück: „ Der Uhu vom Silberberg“.


Unsere Exkursionen und praktischen Arbeiten begannen mit der Suche nach dem Waldkauz, einer nächtlichen Führung mit Herbert Bahr am 21.2. 2003, und am 2.3. 2003 einer Wanderung mit Dr. Friedhelm Ringe, „Wintergäste und erste Frühlingsboten an der Elbe“.


Der Aufbau des Krötenzauns im Bistal unter der Leitung von Harald Schneider folgte am 9. März. Der Krötenzaun muß täglich kontrolliert werden. Dabei werden die lebenden Erdkröten in Eimern über die Straße getragen und die überfahrenen von der Straße entfernt. Extrakontrollen an regnerischen und warmen Abenden sind sehr sinnvoll und wurden auch durchgeführt. Trotz Todesstrafe versu­chen immer noch viele Erdkröten die Straße ohne Hilfe zu überqueren. 292 Erdkröten überlebten, 179 starben. Beide Zahlen sind gegenüber den Vorjahren stark rückläufig. Ha­rald Schneider führt seit Jahren eine umfangreiche Statistik über die Erdkrötenwanderung im Bistal.


Im April und Mai wurde an jedem Mittwochabend unsere beliebte Führung „Was singt denn da?“ angeboten und durchgeführt, je nach Wetterlage mit unterschiedlicher Beteiligung.


Am 10. und 11. Mai hatten wir auf der Geesthachter Messe einen gut besuchten NABU–Stand mit dem Thema „Flächenverbrauch“. Am 16. Mai folgte eine Abendexkursion mit Harald Schneider, „Dem Laubfrosch auf der Spur“.


Aufgrund der eben genannten Messe haben wir die Vierte Geesthachter Nachtigallennacht auf den 17. Mai 2003 verschoben. Die Schirmherrschaft übernahm wieder Bürgermeister Ingo Fokken. Der Collagen-Wettbewerb zum Thema Nachtigallen der Klassenstufe 5 in den Geesthachter Schulen wurde ein voller Erfolg. Die Werke wurden am und im Kaufhaus Nessler ausgestellt und prämiert. In der Jury war unter anderem die Bürgervorsteherin Frau Sieglinde Porsch. Später wurden die Bilder in den Stadtwerken ausgestellt und auch auf unserer WEB-Seite im Internet einem breiten Publikum vorgestellt. Die Sieger dieses Wettbewerbes wurden von uns zu einer Fahrt mit dem Eis­brecher „Bison“ mit anschließendem Stockbrotbacken und Grillen mit Förster Kruckow im Wald eingeladen. Die Leitung der Nachtigallennacht und des Wettbewerbes lag wieder in den Händen von Dr. Friedhelm Ringe.


Der Infostand der Ortsgruppe Geesthacht wird hauptsächlich von Hans Oltmann organisiert und betreut. Er kam bei der Messe, beim Frühjahrsmarkt in der OTG Halle, beim Umwelttag, bei der Fle­dermausnacht, beim Martinsmarkt und Weihnachtsmarkt in Gülzow, beim autofreien Tag, beim Tag der offenen Tür in der GKSS und auf dem Geesthachter Wochenmarkt zum Einsatz.

Am 15. Juni führte Henry Fischer uns zu einer naturkundlichen Wanderung durch die Geesthachter Feldmark. Als Mitarbeiter vom Geesthachter Umweltamt steht er uns oft mit Rat und Tat zur Seite.


Am 21. Juni 2003 feierte die NABU- Ortsgruppe das Jubiläum „25 Jahre Vogelinsel Hachede–Sand“. Aus diesem Anlaß erstellten wir die Festschrift „25 (+ 1) Jahre Naturschutz auf dem Hachede-Sand“. Zur Feier kamen die Leiterin des Wasser- und Schiff­fahrtsamtes Lauenburg, Frau Kalytta, der Bürgermeister der Samtgemeinde Elbmarsch, Herr Roth, der Bürgermeister der Teilge­meinde Marschacht, Herr Meyn, der Leiter des Umweltamtes Geesthacht, Herr Junge, und alle Grundbesitzer der Deichvorland­wiesen. Maßgeblichen Anteil an der Fest­schrift und an der Vorbereitung dieser Feier hatte Dr. Friedhelm Ringe. Aber auch Harald Schneider, Gerd Förster und Hartmut Haber­landt trugen zum Gelingen bei.

Gerd Förster kümmerte sich in vielen Arbeitstagen um den Hachede–Sand, auch für den Kranich- und Schwalbenschutz war er unermüdlich im Einsatz. Sein Einsatz macht weder an den Stadt- noch Landesgrenzen halt. Besonders erwähnen möchte ich hier die Betreuung der Uferschwalben.

Am Hachedesand konnten wir in einem ersten Schritt langfristig das alleinige Angelrecht für Seead­ler, Fischadler, Gänsesäger und Kormorane sichern.


Unser Ehrenmitglied Paul Packulat erhielt anläßlich seines 90-jährigen Geburtstages aus der Hand der Ministerpräsidentin Heide Simonis die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein. Paul Packulat hat in seinem langen Leben viel für den Naturschutz geleistet, in unserem letzten Rund­brief haben wir seine wichtigsten Arbeiten und Lebensdaten einmal aufgelistet.


Die Rundbrief-Redaktion liegt in den Händen von Peter Peitzner, Hartmut Haberlandt und Dr. Roland Doerffer. Unsere Web-Seite im Internet wird ebenfalls von Dr. Roland Doerffer gestaltet. Bisher wurden unsere Seiten 75000 mal angeklickt. Das sind knapp 400 Zugriffe wöchentlich. Ins­gesamt ist eine kontinuierliche Steigerung der Zugriffe auf unsere Web-Seiten festzustellen.

Wir nahmen regelmäßig an den Sitzungen der Kreisarbeitsgemeinschaft Naturpflege, der Arbeitsge­meinschaft Life-Projekt Borghorster Wiesen, des Stadtjugendringes und des NABU Landesver­bandes teil.

Bestandsaufnahmen von Fledermäusen, Vögeln, Pflanzen und Amphibien wurden von Herbert, Hartwig, Helmut, Harald, Gerd und Friedhelm durchgeführt.


Leider gibt es auch Negatives zu berichten: Unser Schaukasten in der Bergedorfer Straße wurde mehrfach mutwillig beschädigt. Die Vor­gängerin von Friederike Schäfer hat im letzten Jahr das Wort freiwillig beim Freiwilligen ökolo­gischen Jahr falsch verstanden und ist trotz zahlreicher Gespräche und Hilfestellungen unsererseits immer seltener erschienen. Eine vorzeitige Trennung war unumgänglich. Mit Friederike Schäfer jetzt sind wir wieder auf einem guten Weg. Die Beteiligung an der NAJU Gruppe liegt konstant bei 12 Kindern.


Nach dem heißen Sommer konnten wir uns bei der Nacht der Fledermäuse am 30. August in Tesperhude abkühlen. Die Leitung lag in den Händen von Herbert Bahr, welcher auch sonst die Fledermauskästen und – bunker erfolgreich betreut. Im hiesigen Eulen- und Uhuschutz ist Herbert Bahr seit Jahren unentbehrlich.

Hartwig Jürgens und Rudolf Pohle erklärten bei zwei Fahrten mit dem Salonschiff Aurora den Gästen die Zugvögel im Elbetal.

Im Herbst folgten Arbeitseinsätze auf der Obstwiese, Weidenziehen auf dem Hachede-Sand sowie Erdarbeiten an den Fischteichen im Bistal. Mehrere aktive Mitglieder unserer Gruppe waren gemeinsam auf einer Veranstaltung zum Biberschutz in Schnakenbek und bei der Aufzeichnung einer Fernsehsendung aus der Reihe NDR aktuell zum Thema „Ausweisung von FFH Gebieten – kontra Gewerbegebiete“ in Lauenburg. Wir Natur­schützer waren dort in der Minderheit, die Stimmung war aufgeheizt, der Umweltminister Müller von Schleswig-Holstein in der Defensive.


Bei den drei folgenden Wanderungen und Veranstaltungen konnten sich die Gemüter wieder beruhigen: Elbufervegetati­on auf dem Lauenburger Werder mit Uwe Kresken, „Garten der Schmetterlinge“ in Friedrichsruh mit Michael Borsch und ein ganztägiger Vogelbeobachtungstag beim Hachedes­and im Marschachter Werder.


Unsere Gruppenabende im Bandrieter finden an jedem 4. Dienstag im Monat um 20.00 Uhr statt. Der Besuch ist sehr unterschiedlich, Verbesserungsvorschläge werden dankbar angenommen. Die Pressearbeit, die Gestaltung des Schau­kastens in der Bergedorfer Straße und die umfangreiche Verbandsbeteiligung nach § 58 BnatSchG liegen in den Händen von Hartmut Haberlandt und Rudolf Pohle. Im Eulenschutz und bei der Betreu­ung der Nistkästen sind Marina Hjelm und Erhardt Krafft aktiv. Die Grabpflege in Hamwarde über­nahm im letzten Jahr Hans Oltmann.


Zum Schluß möchte ich allen Mitgliedern danken, die mit ihren Beiträgen den Naturschutz fördern und mit ihrer Mitgliedschaft im Naturschutzbund Deutschland Zeichen setzen.

Bedanken möchte ich mich bei allen, auch den nicht genannten Aktiven und besonders bei Rudolf Pohle, der das größte Arbeitspensum geleistet hat.


Wolfram Staudte

  1. Vorsitzender NABU Ortsgruppe Geesthacht


Doerffer, NABU Geesthacht, 11. Januar 2005