Steckbrief - die Nachtigall

Nachtigall Luscinia megarhynchos, C L Brehm, 1831








Die Nachtigall war Vogel des Jahres 1995

Namen Ableitung vom altgermanischen „galan“ = „singen“, Nachtsängerin

Kennzeichen etwa 16 bis 17 cm groß, 22 g schwer; Oberseite einheit­lich braun, Schwanz rotbraun, Unterseite heller graubraun; Bewegung am Boden hüpfend, dabei langsames Heben und Senken des Schwanzes

Lautäußerungen abwechslungsreicher, lautstarker Gesang mit großem Ton- und Strophenumfang, z.T. als klagend empfunden („Schluch­zen“); Rufe: leicht ansteigendes „huit“ und knarrendes „karr“, auch gedämpftes „taktak“

Verbreitung Nordafrika, West-, Mittel- und Südeuropa, Vorderasien bis West-Sibirien; fehlt in Europa im Nordwesten, in Skandinavien und in weiten Teilen Osteuropas; in Deutschland im klimabegünstigten Tiefland verbreitet; fehlt im waldreichen Mittel- und Hochgebirge; Langstreckenzieher, überwintert im tropischen Afrika

Lebensraum lichte Laub-, Laubmisch- und Auwälder, Parks und Friedhöfe, Hecken; benötigt Unterholz, eine dichte Krautvegetation und Falllaubschicht; Siedlungsdichte je nach Qualität des Biotops 3-20 Brutpaare/10 ha

Bestand der BRD nach Schätzungen: 95.000 Brutpaare

Nahrung Insekten und deren Larven, besonders Käfer, kleine Schmetterlingsraupen und Ameisen; im Herbst auch Beeren

Nest sehr versteckt im Unterwuchs und Halbschatten, am Boden oder dicht darüber

Brutzelt Legebeginn Anfang Mai, 1 Brut

Gelege 4 - 6, olivgraue / -braune Eier, Brutdauer 13-14 Tage, Nestlingszeit 11 Tage

Der nächtliche Gesang der Männchen hat die Aufgabe, die Weibchen anzulocken, die vorwiegend nachts ziehen. Den Gesang einer Nachtigall können sie hier auch hören: Hörprobe (*.mp3, 378 KB)





Der typische Lebensraum der Nachtigall

Nach A. Güll: Untersuchungen über das Revier der Nachtigall. J. f. Ornithologie, 122, 1981



Vorkommen der Nachtigall in Geesthacht

Die Nachtigall ist in Geesthacht vor allem auf der Schleuseninsel, am Schleusenkanal und auf der Werfthalbinsel beheimat, ferner entlang der Elbe zwischen Geesthacht und Tesperhude und an einigen Stellen in der Feldmark. Die Karte zeigt die Stellen, an denen singende Männchen im Frühjahr 2000 gehört wurden. 1999 sangen ab Mitte April entlang der Elbe im Stadtgebiet Geesthacht etwa 50 Nachtigallen und brüteten etwa 40 Paare. Zum Belauschen sind vor allem milde, windstille Tage am günstigsten. Die Nachtigallen singen übrigens nicht nur nachts, sondern auch am Tage.







Verbreitungsgebiet in Zusammenarbeit mit Agenda 21 Aktion der Stadt Geesthacht, www.geesthacht.de

R. Doerffer, NABU Geesthacht, 20. April 2002