Uferschwalben

Die Uferschwalbe ist die kleinste europäische Schwalbe.

Sie wird auch als Weitstreckenzieher bezeichnet, da sie im Winter bis nach West- / Zentralafrika zieht.

Ihre Nahrung besteht – abhängig vom Insektenangebot und der Witterung – aus kleinen Fluginsekten (Mücken, Blattläuse, kleine Fliegen, Käfer). Uferschwalben sind also Luftjäger.

Die Uferschwalbe brütet von Ende April / Anfang Mai bis September. Manche Vögel haben zwei Brutphasen in einem Jahr. In der Regel legen Uferschwalben vier bis sieben Eier während einer Brut. Ihre Nester bauen sie in sogenannten „Bruthöhlen“, die sie vorrangig in die Steilwände von Sand- oder Kiesgruben graben. Uferschwalben bilden Kolonien mit bis zu 100 Paaren.




Uferschwalben in Geesthacht

und Umgebung 2000


Lüttow, manuell hergerichtete Steilwände für Uferschwalben

Zur Optimierung von Brutplätzen für Uferschwalben sollten Steilwände im Neigungswinkel von 90 Grad hergerichtet werden. Mit der Firma Wunder wurde ein Maßnahmenkatalog abgestimmt, der beinhaltete, welche Flächen als Brutplätze in den einzelnen Kiesgruben in Frage kämen und deren Erhalt bis zum September gesichert werden könnte.

Art der Zählung der Brutpaare:

Anfang Mai wird die Anzahl der neu entstandenen Brutröhren gezählt. Diese Zahl wird um 25 % gekürzt für Ausfälle durch Anlage von Brutröhren in nicht geeignetem Gemengematerial, Tod, Krankheiten, Dezimierung durch Beutegreifer (Habicht, Sperber, Baumfalke, Steinmarder, etc.)

Die Uferschwalben, zumindest die der Kiesgruben, graben für die zweite Brut neue Brutröhren. Die von einigen Ornithologen durchgeführte Zählung der Brutröhren im Juli bzw. August sagt etwas über die Anzahl der Brutröhren aus, läßt aber keinen Rückschluss auf die Anzahl der Brutpaare zu.

Erste Beobachtungen zurückgekehrter Uferschwalben aus Afrika erfolgten am 19.04.2000 in der Kiesgrube Wiershop durch H. Schmidt.



Uferschwalben, typisches Brutbiotop



Zu den Brutplätzen im Einzelnen:




Buchhorst / Menneke:

An dem traditionellen Brutplatz musste eine in Wand verlaufende Tonader mit der Spitzhacke abgetragen werden. Die Wände waren somit ideal und wurden von 70 Brutpaaren besetzt. Ein Problem kann sich in den nächsten Jahren ergeben, da die Steilwände durch das jährliche Abstechen an die Besitzergrenze herankommen.


Güster / Kreis:

Die hier angelegte Steilwand wurde von drei Paaren besetzt. Trotz eines Hinweisschildes auf die bedrohte Tierart wurde die Steilwand während der Brutzeit willkürlich zerstört.


Gudow- Segrahn / v. Bülow:

Brut von 70 Paaren im Kiesabbaugebiet.


Müssen:

Die Steilwände in diesem Gebiet enthalten einen hohen Tonanteil. Aufgrund der Trockenheit im April härteten die Steilwände aus, so dass die Uferschwalben keine Brutröhren graben konnten.


Lüttow I:

An der Ostseite des Baggersees, Nähe Sortieranlagen, entstandenen durch die Uferschwalben rund 120 Brutröhren, die bis zum Herbst den Schwalben zur Verfügung standen. Zur zweiten Brut hatten sich im Süden dieses Gebietes 60 Paare Uferschwalben neu angesiedelt. Bei der notwendigen Neuanlage einer Abfahrtsrampe in diesem Gebiet wurde erfreulicherweise die Wegführung so gelegt, dass die Kolonie nicht beschädigt wurde. An der Nordseite brüteten 70 Uferschwalben- Paare. Eine geplante Zuschüttung dieser Fläche wurde nach Rücksprache mit der Firma bis September verschoben.


Lüttow II:

An der Ostseite brüteten 80 Paare und an der Westseite rund 100 Paare, die erfreulicherweise durch den Schwimmbagger nicht behindert wurden.


Wiershop:

Die im Winter durch Sandentnahme entstandenen Steilwände bleiben den Uferschwalben überlassen. An zwei Teilflächen brüteten rund 170 Paare. Zur zweiten Brut kam es zur Ansiedlung von Uferschwalben am neuen Abbaugebiet „Rappenberg“. Firma Buhck wie auch Firma Wunder reservierten Flächen für die Uferschwalben, so dass ca. 130 Brutröhren entstandenen sind, die bis zum September erhalten blieben.




Uferschwalben beim Röhrenbau (Wiershop)



Wolterdorf:

In Woltersdorf existiert eine der größten binnenländischen Uferschwalbenkolonien (Landesamt). Festgestellt wurden rund 350 Brutpaare an insgesamt 3 Steilflächen. Hier waren die Steilwände manuell hergerichtet worden. Erfreulicherweise wurden diese Maßnahmen durch die Firma Wunder maschinell unterstützt.


Zweedorf, alte Anlage:


Firma Wunder stellte Kies zur Herrichtung von Brutflächen für den Flußregenpfeifer zu Verfügung. Zwei Paare waren regelmäßig zu beobachten. Jungvögel waren nicht festzustellen. (Häufige Störungen durch Badegäste.)


Zweedorf I:

Brut von ca. zehn Paaren im Bereich des gewaschenen „Altsandes“, sowie von 60 Paaren im abgelagerten Mutterboden an der Ostseite des Baggersees. Im abgelagerten Mutterboden, Nähe Bauernhausruine, kam es zur Ansiedlung von 100 Paaren. Zur Zeit der zweiten Brut fiel dieser Brutplatz dem Schwimmbagger zum Opfer. Im Jahre 2001 wird es zu einem erheblichen Bestandseinbruch kommen, da adäquate Erstatzflächen nicht zu Verfügung stehen. Der Mutterbodenbereich im Osten des Baggersees wird manuell kaum herzurichten sein. Hier stellt sich die Frage, ob die Fa. Wunder gegen Kostenerstattung maschinell helfen kann. Durch den Abbruch des Bauernhauses entfallen 10 Brutplätze für Mehlschwalben. Die Amphibienteiche in der Nähe der oben erwähnten Baulichkeit wurden gepflegt (Entfernung der Weiden im Süd- und Ostbereich der Wasserfläche). Ein reichlicher Besatz der Teichanlage mit Kreuzkrötenlarven konnte beobachtet werden.


Zweedorf II:

Im nördlichen Bereich siedelten sich zur zweiten Brut ca. 20 Brutpaare an. Eine hergerichtete Kiesfläche als Brutplatz für den Flußregenpfeifer wurde nicht angenommen. Firma Wunder stellte den Kies zur Verfügung.



Zur Gestaltung dieser Steilwände wurden in den Monaten März bis April 34 Arbeitseinsätze geleistet.




Zusammengestellt nach Informationen von Gerd Förster (NABU Geesthacht) von Julia Schwienheer, Nov. 2001