UFERSCHWALBEN 2001

Gruppe Geesthacht

Anfang des Jahres wurden alle bekannten Kiesgruben bereist, um festzustellen, wo potentielle Brutplätze vorhanden sind. Für die 6 „WUNDER" - Kiesgruben wurde ein Vorschlagskatalog erarbeitet, der dann Anfang Februar mit der Firma besprochen wurde. An den vereinbarten Flächen und den sonstigen Kiesgruben bzw. ehemaligen Kiesgruben wurden folgende Arbeitseinsätze geleistet:

LÜTTOW I

7

LÜTTOW I1

12

WIERSHOP

8

WOLTERSDORF

4

ZWEEDORF I

1

ZWEEDORF II

2

SUMME

34


Außerhalb der „WUNDER" – Kiesgruben:

BUCHHORST

6

GÜSTER

2

MÜSSEN

1

ZARRENTHIN

1

INSGESAMT

44



Zu den Kiesgruben im Einzelnen:

LÜTTOW 1 /Wunder

Die an der Ostseite manuell hergerichteten Steilwände wurden nur im geringen Umfang angenommen. (20 Brutpaare). Der Grund könnte vielleicht in den vorgelagerten relativ hohe Kieshaufen liegen. Auf den für den Flussregenpfeifer präparierten Kiesflächen (Kies stellte die Fa. WUNDER kostenlos zur Verfügung) wurden zwar Flussregenpfeifer beobachtet, aber Jungvögel konnten nicht festgestellt werden.

LÜTTOW II /Wunder

Die im Winter durch den Abbau an den beiden Mutterbodenhalden entstandenen Steilwände wurden von den Uferschwalben begeistert angenommen (eventuell die Vögel, die die alte Mutterbodenhalde in Lüttow I im Vorjahr durch Abbau verloren haben).

Folgende Brutröhren entstanden:

Mutterboden I, Nordseite

25

Mutterboden II, Südseite

130

Mutterboden II, Ostseite

30

Mutterboden II, Westseite

20

Mutterboden II, Südseite

2



BAGGERSEE

In die Ostseite des Sees wurde viel Arbeit investiert (12 Einsätze), die sich aber nicht lohnte. Es entstanden nur 20 Brutröhren. Der Grund dafür liegt in der Struktur des Bodens. Nach manueller Herrichtung sahen die Steilwände schulmäßig aus. Nur die Erosion leistete bei der schwachen Festigkeit der Sande schnelle Arbeit.

WIERSHOP/Wunder

An den Mutterbodenwänden (Westseite alte Grube) entstanden 170 Brutröhren. Fürs nächste Jahr bahnt sich eine negative Entwicklung an, da die alte Grube wohl komplett aufgefüllt wird und keine Steilwände stehen bleiben.

Im Abbaugebiet „RAPPENBERG" entwickelte sich die Südostseite des Gebietes recht gut. Nach Absprache mit den Firmen BUHCK und WUNDER wurde an der erwähnten Seite eine rund 100 m lange Steilwand stehen gelassenes entstanden ca. 400 Brutröhren, das entspricht ca. 150 -200 Brutpaaren.(s.a. Anlage, Bericht in der „Bergedorfer Zeitung" v.07.08.01).

WOLTERSDORF/Wunder

Die hier vorkommenden Uferschwalbenbestände sind hervorragend. Das Vorkommen gilt als eines der größten im Binnenland Schleswig-Holsteins.(It. Landesamt f. Naturschutz). Das liegt an der wohlwollenden Vorausplanung der Fa. WUNDER wie auch des Maschinisten H. Schmidt. Die für die Uferschwalben in Frage kommenden Wände werden im Winterhalbjahr bevorzugt abgebaut und in der Zeit vom April - September den Uferschwalben überlassen. Es entstanden 570 - 600 frische Brutröhren. Davon 60 an der Ostseite, 460 an der Westseite und 60 an der Südseite.

Kommt es für das geplante neue Abbaugebiet zu einer Genehmigung durch die Behörden, ist auch mittelfristig mit guten Beständen zu rechnen. Die Renaturierung der Abbauflächen ist vorbildlich. Es entstanden 3 Teichanlagen. Im Vorjahr wurden am Zentralteich 60 rufende Männchen der Wechselkröte festgestellt.(Lt. Landesamt).

ZWEEDORF I

Es existieren kaum hier kaum noch Steilwände. Nur am Spülgraben entstanden ca.20 Brutröhren. Dazu allerdings als Kostbarkeit 1 Röhre des Eisvogels. Im Mutterbodenrest auf der Westseite des Sees kam es zur Brut von rund 20 Paaren Uferschwalben. Die Amphibienteiche (am großen See) wurden im Winter gepflegt, d.h. der Weidenauswuchs wurde entfernt, um besonnte Flächen für die Kreuzkrötenlarven herzustellen.

ZWEEDORF II

An der Nordseite des Baggersees brüteten rund 45 Paare.

BUCHHORST/Menneke

Die nachgearbeiteten Steilwände wurden von ca. 60 Paaren Uferschwalben beflogen. Es gab aber relativ hohe Verluste durch den Steinmarder. Die Steilwände sind durchzogen durch feine Tonadern, die bei Erosionseinwirkungen als Trittstufen dienen können, so dass dann die Brutröhren zu erreichen sind. Dadurch ging auch das Gelege eines Eisvogels verloren.

GUDOW/SEGRAHNER BERG/v. Bülow

An mehreren Stellen der Kiesgrube brüteten ca. 70 Paare Schwalben.

GÜSTER/Kreis

Die im Mutterboden an einer relativ ungestörten Stelle angelegten Steilwände wurden von den Schwalben leider nicht angenommen. Dafür brütete an dieser Stelle 1 Eisvogel.

MÜSSEN/privat

Hier waren keine brütenden Uferschwalben festzustellen.

ALLGEMEIN

Die erste Uferschwalbe wurde festgestellt am 26.04.OI.(Woltersdorf H.Schmidt). Die binnenländischen Uferschwalben sind fast ausschließlich „Kiesgrubenschwalben", denn durch die Kanalisierung der Flüsse gibt es dort keine Steilufer mehr. D.h. die Uferschwalben sind angewiesen auf das Wohlwollen der Kiesgrubenbetreiber. Im Fall der Fa. WUNDER kann man es erfreulicherweise feststellen.

Bericht: Gerd Förster, 2.12.2001



R. Doerffer, 14.12.2001